ZWR verabschiedet Haushaltsplan 2017

Fokus liegt auf Restausbau und zusätzliche Versorgungssicherheit

Postmünster. Der Restausbau der öffentlichen Wasserversorgung ist nach wie vor ein wichtiges Vorhaben im Rottal. Grundsätzlich steht die Wasserversorgung Rottal für eine hervorragende Wasserqualität und eine umsichtige Versorgungssicherheit. Doch die Zukunft hält vielfältige Herausforderungen bereit. Am 21. März verabschiedete die Verbandsversammlung des ZWR im Rathaus von Postmünster den Haushaltsplan 2017.

Den Wasserhahn aufdrehen und herausfließt klares, gesundes Trinkwasser – das ist keine Selbstverständlichkeit. Dahinter steckt eine enorme logistische und finanzielle Leistung. Im Freistaat Bayern ist die öffentliche Wasserversorgung zu über 99 Prozent gewährleistet – ihr Ausbau wurde von der Staatsregierung seit den 1980er Jahren intensiv gefördert. Im Rottal ist die Situation etwas anders. Bedingt durch die starke Zersiedelung und lange Jahre des Widerstands gegen eine zentrale Wasserversorgung versorgen sich hier immer noch 24 Prozent der Haushalte über private Eigenbrunnen.

Aufgrund der Folgen des Klimawandels sowie steigender externer Schadstoffeinträge häufen sich jedoch mittlerweile die Fälle, in denen die Einzelbrunnen zeitweilig versiegen oder vor Verschmutzungen nicht mehr ausreichend geschützt sind. Hier ist der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung eine sichere Alternative. Da die staatliche Förderung für Neuanschlüsse grundsätzlich ausläuft, kann der ZWR nur noch zeitlich begrenzt weitere Neuanschlüsse mit Fördergeldern durchführen. Wer nach dieser Zeit seinen Anschluss ans öffentliche Fördernetz beantragt, der muss mit einer Verteuerung rechnen. Weitere Investitionsschwerpunkte sind der Ausbau der Versorgungssicherheit und die energetische Sanierung. Hinzu kommt die Tatsache, dass die bestehende Infrastruktur nach rund 50 Jahren vielerorts turnusmäßig erneuert oder ausgetauscht werden muss. All diese Maßnahmen erfordern temporär hohe finanzielle Investitionen.

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Ersatzteillager in Anzenkirchen – Chaos kurz nach dem großen Regen

Zur Finanzierungssituation der kommunalen Wasserversorgung

Da kommunale Wasserversorger, wie der ZWR, den Auftrag haben, gemeinwohlorientiert zu arbeiten, dürfen sie keine Gewinne erwirtschaften. Gleichzeitig sind sie gehalten, sich eigenständig zu finanzieren, um die immer knapperen Gemeindehaushalte nicht zusätzlich zu belasten. Einzige Einnahmequellen sind dabei die Beiträge für Anschlüsse sowie die laufenden Gebühren für den individuellen Wasserverbrauch beziehungsweise Investitionskredite. Die Gebührenerhöhungen werden dabei grundsätzlich nach Prüfung und mit Zustimmung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands festgelegt. 

Ein vielversprechender Schritt zur nachhaltigen Versorgungssicherheit ist die verstärkte interkommunale Zusammenarbeit. Beispielsweise bei der Erschließung neuer Trinkwasserquellen, wie sie der ZWR zusammen mit dem Markt Birnbach und der Stadt Pfarrkirchen anstrebt. Die Kosten können geteilt und die Anlagedimensionen kleingehalten werden – aber trotzdem kann flexibel auf Spitzenbedarfe etc. reagiert werden.

Bau des neuen Brunnenhauses Egglham 3

Aus dem ZWR Haushaltsplan 2017 

Der Wirtschaftsplan des ZWR für das Haushaltsjahr 2017 wurde wie folgt beschlossen: Im Erfolgsplan sind voraussichtliche Erträge von 1.371.300 Euro sowie Aufwendungen von 1.591.500 Euro eingeplant. Der Finanz- oder Vermögensplan enthält analog dazu voraussichtliche vermögenswirksame Einnahmen sowie Ausgaben von je 5.658.250 Euro. Schwerpunkte sind Neuanschlüsse sowie Investitionen in die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Infrastruktur sowie in die Beseitigung der Hochwasserschäden. Insgesamt betragen die geplanten Investitionskosten 5.620.000 Euro und die vorgesehenen Zuwendungen 3.211.66 Euro. 

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