Kommunale Zusammenarbeit angestrebt

Zukunft im Blick – gemeinsames Wasserversorgungskonzept

Pfarrkirchen/Bad Birnbach. Die Wasserversorgung steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Jahreszeitlich extrem schwankende Wasserbedarfe bei insgesamt rückläufigem Wasserverbrauch, verstärkte Grundwassergefährdung durch externe Schadstoffeinträge und das alles bei hohem Kostendruck. Ein sinnvoller Lösungsansatz ist hier die interkommunale Zusammenarbeit, wie sie derzeit der Zweckverband Wasserversorgung Rottal (ZWR) zusammen mit dem Markt Bad Birnbach und der Stadt Pfarrkirchen hinsichtlich gemeinsamer Wassererschließung anstrebt.

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Beteiligte Wasserversorger – Stadtwerke Pfarrkirchen, ZWR Pfarrkirchen sowie Markt Bad Birnbach
Bodenbeschaffenheit und Umwelteinflüsse als Herausforderung

b7-005-grundwasser300Im Landkreis Rottal-Inn gestaltet sich die Suche nach möglichen neuen Brunnenstandorten zunehmend schwieriger als in anderen angrenzenden Regionen. Der Grund: Aufgrund des feinkörnigen Untergrunds ist die sogenannte „Wasserhöffigkeit“ nicht sehr hoch. Das heißt, der Anteil der Hohlräume in den verschiedenen Sedimentschichten, durch den die Niederschläge in tiefere Bodenschichten sickern können, um die Grundwasserreservoirs wieder aufzufüllen, ist eher gering. Somit eignen sich viele Standorte aufgrund der mangelnden Bodenporosität nicht für neue Brunnen zur alternativen Wassererschließung. Diese sind aber für eine unterbrechungsfreie und qualitativ hochwertige Wasserversorgung wichtig, da immer öfter vorhandene Brunnen aufgrund von externen Schadstoffbelastungen, beispielsweise Nitrat oder Pflanzenschutzmittel, stillgelegt werden müssen.

b7-005-DSC00051Zudem sind lange Trockenperioden in Abwechslung mit kurzen Starkregenereignissen mögliche Folgen des Klimawandels, auf die es rechtzeitig zu reagieren gilt, damit Versorgungsengpässe auch in Zukunft vermieden werden können. Zu allen diesen Herausforderungen kommen – nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels, aber auch aufgrund moderner Wasserspartechnik – ein insgesamt rückläufiger Wasserverbrauch und damit auch sinkende Gebühreneinnahmen hinzu. Gleichzeitig sind aber Infrastruktur-Kosten für Instandhaltung, Sanierung, Reparatur und Modernisierung weiterhin unumgänglich – unabhängig, wie viele oder wie wenige Haushalte über das Netz versorgt werden.

Optimaler Service und verantwortungsbewusstes Kostenmanagement

b7-005-40329802_xxlUm Kosten zu sparen, die Anlagendimension möglichst klein halten und trotzdem flexibel auf Spitzenbedarfe reagieren zu können, ist die strategische Zusammenarbeit von benachbarten Kommunen ein vielversprechender Ansatz für eine wirtschaftliche Wasserversorgung in der Zukunft, besonders in ländlichen Regionen, wie im Rottal.

Bei allen drei Versorgungsunternehmen – dem Zweckverband Wasserversorgung Rottal, den Stadtwerke Pfarrkirchen und dem Markt Bad Birnbach – besteht mittel- und langfristig Bedarf nach neuen Erschließungen. Sie haben nun beschlossen, nach einem gemeinsamen Brunnenstandort nahe der Hauptleitungen zu suchen.

Da alle drei Unternehmen ihren Standort südlich der Rott haben und derzeit bereits Brunnen, Rohrleitungen und teilweise Aufbereitungsanlagen vorhalten, bot es sich an, eine gemeinsame Lösung ins Auge zu fassen. Dabei sollen vorhandene Infrastrukturen, wie beispielsweise die moderne Aufbereitungsanlage der Stadtwerke Pfarrkirchen, das Rohrleitungsnetz und der Hochbehälter des Zweckverbandes in Faberöd gemeinsam genutzt werden.

ZWR-Werkausschuss fasst Beschluss

Einen entsprechenden Beschluss zur Prüfung einer Zusammenarbeit fasste der ZWR in seiner letzten Werkausschusssitzung am 13. Oktober, die in Bad Birnbach stattfand: „Der ZWR strebt eine gemeinsame Suche nach geeigneten Brunnenstandorten mit den Stadtwerken Pfarrkirchen und dem Markt Bad Birnbach an. In einem ersten Schritt sollen potentielle Erschließungsgebiete unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur, der Landnutzung und der geologischen Gegebenheiten erarbeitet werden. Die anfallenden Kosten dieser Erstuntersuchung werden auf die teilnehmenden Unternehmen aufgeteilt. Nach Vorlage und Auswertung dieser ersten Studie ist über die weiteren Schritte zu entscheiden.“

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In der Praxis bedeutet dies: In einem ersten Schritt wird das infrage kommende Gebiet auf Basis der bei den drei Beteiligten sowie dem Wasserwirtschaftsamt vorhandenen geologischen Unterlagen nach möglichen Brunnenstandorten untersucht. Als Beispiel könnte die Kooperation zwischen dem Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Vils in Aham und den Stadtwerken Dingolfing dienen, die bereits seit einigen Jahren in Daibersdorf erfolgreich ein gemeinsames Wasserwerk betreiben.

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